Medienscouts / Mediensprecher
Wir sind die Medienscouts
Medienscouts sind Lernende, die sich gezielt mit dem Thema Medienkompetenz auseinandersetzen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen an ihre Mitschüler und Mitschülerinnen weitergeben. Sie fungieren als Ansprechpartner für Fragen rund um digitale Medien, organisieren Workshops und Projekte und tragen so dazu bei, ein bewusstes und verantwortungsvolles Verhalten im Umgang mit Medien zu fördern. Initiiert wurde das Projekt an unserer Schule durch zwei ehemalige Schüler und Frau Kluge sowie Frau Albrecht. Mittlerweile sind wir auf aktuell 13 Mitglieder angewachsen und werden durch Frau Michael und Frau Schüpbach unterstützt. Unsere jüngsten Mitglieder sind erst in der 6. Klasse, die ältesten besuchen den Jahrgang 12.
So erreicht ihr uns:
- per Mail: medienscouts(at)brockhaus-gymnasium(dot)de
- zur Sprechstunde: donnerstags ab 14:00 Uhr in der B218
Unsere Ziele:
- Schüler und Schülerinnen unserer Schule zu unterschiedlichen Themen in Bezug auf Digitalisierung zu schule
- Entwicklung von Workshops zu einem Umgang mit Cybermobbing; sexualisierter Gewalt im Netz u.v.m.
- Informationssammlungen zu wichtigen Themen
- Beitrag zur einer gelingenden Medienkompetenzbildung schülerseits im Peer-to-peer-Ansatz
Bisherige Projekte /Aktionen:
- regelmäßige Unterstützung bei der Einweisung der 5. Klassen in die digitalen Dienste der Schule
- Cybermobbing-Workshop 5. Klassen
- Erarbeitung zahlreicher der Workshops
- Film & Fotografie schulischer Veranstaltungen
- Arbeit an einem MS-Podcast
- Teilnahme an der Bundes JugendKonferenz Medien (BJKM) 2024 und 2025 sowie den Netzwerktreffen
- Enge Zusammenarbeit mit dem Medienteam
- Begleitung unterschiedlicher Veranstaltungen des MPZ Leipzig
Bildungsinitative “Medienscouts” in Sachsen
„Medienscouts in Sachsen“ ist eine Bildungsinitiative des Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB), um das Konzept „Medienscouts“ auch in Sachsen bekannter zu machen. Zu diesem Zweck kooperiert das LaSuB mit zahlreichen medienpädagogischen Fachkräften und Einrichtungen auf Landes- und Bundesebene.
Als Medienscouts werden Kinder und Jugendliche bezeichnet, die ein persönliches Interesse am Umgang mit digitalen Medien haben und sich nach erfolgter medienpädagogischer Ausbildung an ihren Schulen (und oft auch darüber hinaus) im Kontext Medienkompetenzförderung freiwillig engagieren: So bieten sie zum Beispiel für Jüngere und Gleichaltrige Workshops an und sind als Ansprech- und Vertrauenspersonen bei Fragen und Problemen aktiv.
Themenfelder der Medienscout-Arbeit sind insbesondere Social Media, Selbstdarstellung & Privatsphäre im Netz, (Cyber-)Mobbing, Datenschutz, Gaming & Spielsucht, Hate Speech, Fake News und sexuelle Übergriffe im Netz.
Über den Peer-to-Peer-Ansatz hinaus unterstützen Medienscouts häufig auch Lehrkräfte ihrer Schule – zum Beispiel beim Einsatz von digitalen Medien im Unterricht.
Regelmäßige Vernetzung & Austausch
Vom 13. bis 16. November 2025 nahmen acht der Medienscouts des F.-A.-BrockhausGymnasiums Leipzig an der 8. Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock teil. Unter dem Konferenzthema „Künstliche Intelligenz und Liebe im digitalen Zeitalter“ bot die Veranstaltung ein vielfältiges und tiefgehendes Programm und legte den Fokus vor allem auf Prävention, digitale Gesundheit und digitale Balance im Alltag.
Die vier intensiven Konferenztage beinhaltete spannende Keynotes, vielfältige Austauschformate sowie praxisnahe Workshoparbeit zu Themen wie Cybermobbing, Deepfakes, Hass im Netz sowie viele weitere Fragen rund um digitale Zukunft und Medienkompetenz.
Renommierte beitragende Personen und Referierende wie Dr. Jens-Bastian Eppler, Nina Galla, Lijana Kaggwa oder Dr. Johanna Degen (teach_love.de), ebenso wie die EU Initiative clicksafe aber vor allem Stefanie Drese, die Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport von Mecklenburg-Vorpommern, bereicherten die Veranstaltung. Auch die Staffelstab-Übergabe der Organisatorinnen Gesa von Schwerin und Heike Schaffarzyk an Helena Dittrich war ein besonderer Moment.
Sie alle machten deutlich, wie wichtig die Arbeit der Medienscouts ist: dass junge Menschen etwas bewegen können, dass ihre Teilnahme zählt, ihre Mitbestimmung ernst genommen wird und ihre Stimmen wesentlich sind.
Es waren intensive und inspirierende Tage, geprägt von konzentrierter Arbeit und lebendigem Austausch in deutschlandweiten Gruppen. Besonders wertvoll war auch der Fachaustausch mit unserer sächsischen Netzwerkbetreuerin Frau Kuttner sowie die Begegnungen mit den Medienscouts des zweiten anwesenden Leipziger Gymnasiums, dem Heisenberg-Gymnasium.
Wir freuen uns sehr darüber, dass wir teilnehmen durften und sehen dies als Wertschätzung unserer bisherigen Arbeit, zum Bekommen neuer Impulse und als Chance, uns deutschlandweit weiter zu vernetzen. Neben unseren eigenen Erfahrungen und Eindrücken bringen wir nun zahlreiche Erkenntnisse und Ideen mit zurück an die Schule und freuen uns schon auf die Umsetzung. Die Professionalisierung unserer eigenen Arbeit wird damit einen wichtigen nächsten Schritt gehen.
Der Peer-to-Peer-Ansatz
Im Rahmen unserer Medienscout-Aktivitäten nutzen wir das Peer-to-Peer-Prinzip, um verschiedene Aspekte rund um das Thema digitale Medien zu vermitteln. Die Idee hinter Peer-to-Peer ist, dass Schüler und Schülerinnen sich Gleichaltrigen gegenüber eher öffnen als Erwachsenen und von Ihnen Tipps und Ratschläge annehmen.
In den Jahren 2023/24 haben wir diesen Ansatz erfolgreich umgesetzt, indem wir in Klassen über die Risiken und Folgen von Cybermobbing informierten und den Schülerinnen und Schülern Strategien zur Prävention und Intervention vermittelten.
Durch praktische Übungen und Rollenspiele konnten wir das Verständnis für das Thema vertiefen und das Bewusstsein für die Bedeutung eines respektvollen Umgangs miteinander im digitalen Raum stärken.
Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass diese Peer-to-Peer-Workshops einen bedeutenden Beitrag zum Aufbau eines sichereren und verantwortungsvolleren Umgangs mit digitalen Medien geleistet haben.
Im Schuljahr 2024/25 haben wir uns mit der Erarbeitung weitere Workshops beschäftigt. Unsere Gruppe ist gewachsen und mit ihr die Ideen und Möglichkeiten. Nun erarbeiten wir einen Workshop zum “Umgang mit sexualisierter Gewalt im Netz” und “Datenschutz”, schulen Schüler und Schülerinnen aber auch im Umgang mit Canva.
Eindrücke aus der Medienscouts-Arbeit
Wir sind die Mediensprecher und Mediensprecherinnen
Digitale Medien sind selbstverständlicher Teil des schulischen Alltags. Um den sicheren, reflektierten und konstruktiven Umgang damit zu stärken, etabliert unsere Schule das Konzept der Mediensprecher und ‑sprecherinnen auf Klassenebene.
Die sind Schüler und Schülerinnen, die innerhalb ihrer Klasse als erste Anlaufstelle für digitale Fragen und Herausforderungen fungieren. Sie unterstützen bei technischen und medienbezogenen Anliegen und leisten einen aktiven Beitrag zur Medienkompetenzentwicklung.
Zielsetzung
Mediensprecher und ‑sprecherinnen fördern einen verantwortungsvollen, sicheren und zielgerichteten Umgang mit digitalen Medien. Sie stärken Selbstständigkeit, Mitverantwortung und Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und entlasten zugleich den Unterricht im digitalen Alltag.
Aufgabenprofil
- Technische Unterstützung
Mediensprecher- und ‑sprecherinnen helfen bei der Bedienung schulischer Geräte und Anwendungen. Sie unterstützen bei der Nutzung der Lernplattform und digitalen Werkzeuge (z. B. Schullogin, OPAL, Canva) und tragen dazu bei, technische Hürden im Unterricht zu reduzieren. - Medienkompetenzförderung
Sie geben grundlegende Hilfestellungen zur sicheren Internetnutzung, zum Datenschutz sowie zum Umgang mit persönlichen Daten. Inhalte aus der Medienscouts- und Medienteam-Schulung (z. B. Urheberrecht, Quellenangaben, Cybermobbing, Mediensucht) werden altersgerecht in die Klasse getragen und bei Bedarf vertieft. - Kommunikation und Organisation
Mediensprecher und ‑sprecherinnen unterstützen die interne Kommunikation, leiten relevante Informationen weiter und erinnern an medienbezogene Aufgaben, etwa das datenschutzkonforme Löschen von Bildern nach Projekten. Sie fördern eine respektvolle Netiquette in digitalen Kommunikationsräumen. - Unterrichtsbegleitung
Im Unterricht begleiten sie den Einsatz digitaler Medien, unterstützen bei Präsentationen und geben Rückmeldungen zur digitalen Unterrichtsgestaltung aus Sicht der Lernenden. Impulse aus schulischen Fortbildungen (z. B. zu Präsentationsgestaltung) fließen so direkt in die Praxis ein.
Zusammenarbeit mit den Medienscouts
Während Medienscouts auf Schulebene tätig sind und vertiefte Schulungen erhalten, wirken Mediensprecher und ‑sprecherinnen direkt in den Klassen. Sie können als Talentscouts für zukünftige Medienscouts fungieren, indem sie erste Erfahrungen in der Medienarbeit sammeln und schrittweise auf weiterführende Aufgaben vorbereitet werden.
Perspektiven und Weiterentwicklung
Das Konzept ist auf Nachhaltigkeit angelegt. Geplant sind regelmäßige Fortbildungen zu aktuellen Medienthemen mit Bereitstellung der Materialien im OPAL-Kurs, ein vierteljährlicher Austausch der Mediensprecher und ‑sprecherinnen sowie die Initiierung und Begleitung digitaler Klassenprojekte. Zudem werden sie in die Evaluation digitaler Unterrichtsformate eingebunden und tragen so zur Weiterentwicklung der schulischen Medienbildung bei.
Jenny Michael