Am 3. Februar 2026 fand am Brockhaus-Gymnasium in Leipzig der erste Samuel-Lampel-Tag statt, der die Erinnerung an das beeindruckende Leben und Wirken von Samuel Lampel in den Mittelpunkt stellte. Wer war Samuel Lampel, dessen Name die Straße neben der Schule trägt? Dies und mehr beantwortete die Klasse 10a im Rahmen des Selbstorganisierten Lernens (SOL).
Samuel Lampel (1884–1942) war Oberkantor an der Synagoge in der Gottschedstraße, dem sog. „Tempel“, Komponist und Lehrer an der Ephraim-Carlebach-Schule. Während der NS-Zeit fungierte er als Rabbiner und setzte sich zeitlebens mit großem Engagement für den Dialog zwischen jüdischer und nichtjüdischer Bevölkerung ein, insbesondere durch seine Liebe zu Musik. Als Oberkantor der liberalen Synagoge öffnete er die Türen seines Gotteshauses für Chöre und Gäste aller Herkunft und schuf so einen bedeutenden Ort der Begegnung. Sein bekanntestes Werk, „Kol Sch’muel“, wurde 1928 veröffentlicht und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.
Der Samuel-Lampel-Tag wurde als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart konzipiert. Im Festakt in der Aula des Gymnasiums hielten Gäste wie Thomas Mautner, Schulreferent des Landesamtes für Schule und Bildung in Leipzig, und Elke Urban, Gründerin des Leipziger Schulmuseums, Grußworte. Besonders berührend war das Erscheinen von Roger Langford, dem Enkel von Samuel Lampel, der eigens aus London angereist war, um diesen besonderen Tag zu feiern.
Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Leipziger Synagogalchor unter der Leitung von Philipp Goldmann begleitet, der das Erbe von Lampels Werk weiterhin hochhält. Zusammen mit Tenor Falk Hoffmann und Pianist Ulrich Vogel wurden Stücke von Samuel Lampel aufgeführt und die Klasse 10a sang Samuels Lieblingslied „Die Gedanken sind frei“ in Begleitung des Chors.
Nach dem Festakt wurden im Schulhof eine Kopie des Straßenschilds sowie eine Gedenktafel enthüllt. Gleichzeitig eröffneten die Schülerinnen und Schüler ihre Ausstellung über Samuel Lampel, die demnächst im Leipziger Schulmuseum zu besichtigen sein wird. Sie informiert auf sechs großen Ausstellungswänden durch Texte, Bilder und Kopien von Originalquellen über das Leben und Werk von Samuel Lampel sowie die Geschichte der Juden in Leipzig bis zur NS-Zeit und beleuchtet die besondere Rolle des Reformjudentums und der Musik von Samuel Lampel.
Der erste Samuel-Lampel-Tag war nicht nur eine Hommage an einen bedeutenden Mann der jüdischen Geschichte Leipzigs, sondern auch ein wichtiges Zeichen für interkulturelle Verständigung und den Wert von Musik und Bildung in unserer Gesellschaft.