Musik gegen das Vergessen – Konzert und Workshop mit dem Duo WaltherBosch

Ein beson­deres musikalis­ches und his­torisches Erleb­nis erwartete heute die Klassen 9a und 9b unser­er Schule: Das Duo Walther­Bosch war zu Gast und gestal­tete ein ein­drucksvolles Konz­ert mit anschließen­dem Work­shop zum The­ma „Ver­femte Musik“. Auch eine Klasse der Ober­schule aus Schkeu­ditz nahm an der Ver­anstal­tung teil.

Das Duo beste­ht aus den Musik­erin­nen Cor­nelia Walther (Vio­lon­cel­lo) und Vanes­sa Bosch (Klavier). Seit 2012 treten die bei­den Kün­st­lerin­nen gemein­sam in Deutsch­land und Öster­re­ich auf und wid­men sich vor allem the­ma­tisch gestal­teten Konz­erten, in denen Musik mit his­torischen Tex­ten, Briefen und per­sön­lichen Schick­salen ver­bun­den wird. Beson­ders wichtig ist ihnen dabei die musikalis­che Bil­dungsar­beit mit Kindern und Jugendlichen.

Im Konz­ert erk­lan­gen Werke von Joachim Stutschewsky, Fritz Kreisler und Ilse Weber. Zwis­chen den Musik­stück­en erläuterten die Musik­erin­nen his­torische Hin­ter­gründe und berichteten unter anderem vom Reich­skul­turkam­merge­setz, den Berufsver­boten für jüdis­che Kün­st­lerin­nen und Kün­stler sowie der Ver­fol­gung viel­er Musik­er während der nation­al­sozial­is­tis­chen Dik­tatur.

Im anschließen­den Work­shop set­zten sich die Schü­lerin­nen und Schüler inten­siv­er mit dem The­ma auseinan­der. Dabei wurde the­ma­tisiert, dass jüdis­che Kün­st­lerin­nen und Kün­stler sowie amerikanis­che Musikrich­tun­gen wie Jazz diskri­m­iniert wur­den und als soge­nan­nte „ver­femte Musik“ gal­ten. Zudem wurde deut­lich, dass Kun­st und Musik nicht nur damals ver­boten und ver­fol­gt wur­den, son­dern dass es Aus­gren­zung von Kun­stschaf­fend­en auch heute noch in ver­schiede­nen Teilen der Welt gibt.

Anschaulich wurde dies unter anderem am Beispiel der Come­di­an Har­monists, zu denen Auss­chnitte aus einem Film gezeigt wur­den. In Grup­pe­nar­beit­en beschäftigten sich die Schü­lerin­nen und Schüler anschließend mit unter­schiedlichen The­men­bere­ichen wie den Biografien ver­fol­gter Kün­st­lerin­nen und Kün­stler, dem Leben in Konzen­tra­tionslagern oder dem Exil viel­er Musik­er in Hol­ly­wood. Immer wieder wurde der Work­shop durch musikalis­che Beiträge des Duos ergänzt, wodurch Geschichte und per­sön­liche Schick­sale beson­ders ein­drucksvoll ver­mit­telt wur­den.

Die Ver­anstal­tung bot den Jugendlichen nicht nur einen bewe­gen­den Ein­blick in die Musikgeschichte, son­dern regte auch zum Nach­denken über Frei­heit, Aus­gren­zung und die Bedeu­tung von Kun­st in der Gesellschaft an.

Christoph Balz­er und Ann-Kathrin Wald­herr