Hier findest Du die Blogbeiträge des Schuljahres 2024/25
Immer wieder verknüpfen wir unseren schulischen Alltag mit der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen, dem gesellschaftlichen Umfeld und verschiedenen Kooperationseinrichtungen wie Unternehmen und sozialen Einrichtungen sowie Vereinen. Diese Seite ermöglicht euch einen kleinen und ausgewählten Überblick darüber, was im angegebenen Schuljahr an unserer Schule passiert ist.
Medienscouts auf der BJKM in Rostock
Vom 13. bis 16. November 2025 nahmen acht der Medienscouts des F.-A.-BrockhausGymnasiums Leipzig an der 8. Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock teil. Unter dem Konferenzthema „Künstliche Intelligenz und Liebe im digitalen Zeitalter“ bot die Veranstaltung ein vielfältiges und tiefgehendes Programm und legte den Fokus vor allem auf Prävention, digitale Gesundheit und digitale Balance im Alltag.
Die vier intensiven Konferenztage beinhaltete spannende Keynotes, vielfältige Austauschformate sowie praxisnahe Workshoparbeit zu Themen wie Cybermobbing, Deepfakes, Hass im Netz sowie viele weitere Fragen rund um digitale Zukunft und Medienkompetenz.
Renommierte beitragende Personen und Referierende wie Dr. Jens-Bastian Eppler, Nina Galla, Lijana Kaggwa oder Dr. Johanna Degen (teach_love.de), ebenso wie die EU Initiative clicksafe aber vor allem Stefanie Drese, die Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport von Mecklenburg-Vorpommern, bereicherten die Veranstaltung. Auch die Staffelstab-Übergabe der Organisatorinnen Gesa von Schwerin und Heike Schaffarzyk an Helena Dittrich war ein besonderer Moment.
Sie alle machten deutlich, wie wichtig die Arbeit der Medienscouts ist: dass junge Menschen etwas bewegen können, dass ihre Teilnahme zählt, ihre Mitbestimmung ernst genommen wird und ihre Stimmen wesentlich sind.
Es waren intensive und inspirierende Tage, geprägt von konzentrierter Arbeit und lebendigem Austausch in deutschlandweiten Gruppen. Besonders wertvoll war auch der Fachaustausch mit unserer sächsischen Netzwerkbetreuerin Frau Kuttner sowie die Begegnungen mit den Medienscouts des zweiten anwesenden Leipziger Gymnasiums, dem Heisenberg-Gymnasium.
Auch der Rahmen, in dem die Konferenz stattfand, trug wesentlich zum Gelingen bei. Ein großer Dank geht an die Pixelpioniere e.V. für die Organisation der An- und Abreise, die Unterbringung und die wunderbare Verpflegung im ScanHotel Rostock. Ebenso bot sich die Möglichkeit, zwei Stunden frische Meeresluft und das Meeresrauschen am Strand von Warnemünde zu genießen. Ein besonderer Dank gilt außerdem der TK, die diese Konferenz mit ausgerichtet und überhaupt möglich gemacht hat.
Wir freuen uns sehr darüber, dass wir teilnehmen durften und sehen dies als Wertschätzung unserer bisherigen Arbeit, zum Bekommen neuer Impulse und als Chance, uns deutschlandweit weiter zu vernetzen. Neben unseren eigenen Erfahrungen und Eindrücken bringen wir nun zahlreiche Erkenntnisse und Ideen mit zurück an die Schule und freuen uns schon auf die Umsetzung. Die Professionalisierung unserer eigenen Arbeit wird damit einen wichtigen nächsten Schritt gehen.
„Kids take over – Tag der Kinderrechte“: Die 7b gestaltet ihre kinderfreundliche Stadt
Am 18. November 2025 nahm die Klasse 7b am „Kids take over – Tag der Kinderrechte“ teil gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Kepler-Gymnasiums sowie der Oberschule am Adler. Der Tag wurde vom UNICEF-Juniorteam Leipzig und der Stadt Leipzig organisiert und bot den Kindern die Möglichkeit, sich mit ihren Rechten, ihren Ideen und ihrer Rolle in der Stadtgesellschaft auseinanderzusetzen.
Im Zentrum des Projekts stand ein Planspiel zur Gestaltung einer kinderfreundlichen Stadt. Dafür übernahmen die Teilnehmenden die Rolle von Stadtratsmitgliedern oder sogar Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. In diesen Rollen entwickelten sie eigene Ideen, diskutierten Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und erlebten, wie demokratische Entscheidungen getroffen werden können, um eine lebenswerte und kinderfreundliche Umgebung zu gestalten.
Am Nachmittag wurde das Planspiel in einem Gespräch mit städtischen Fachvertreterinnen und Vertretern reflektiert und erweitert. Die Kinder konnten Fragen stellen, ihre Wünsche äußern und erfahren, wie ein Planungs- und Umsetzungsprozesse von Projekten in Leipzig ablaufen.
Die Klasse 7b erfuhr an diesem Tag eindrucksvoll, wie junge Menschen die Zukunft ihrer Stadt mitgestalten können sowie die Komplexität von kinderfreundlicher Stadtplanung. Ein herzlicher Dank geht an UNICEF Leipzig und alle beteiligten Vertreterinnen und Vertreter der Stadt für diesen bereichernden Projekttag!
Freya Penschuck, Klassenleitung 7b
Das F.-A.-Brockhaus Gymnasium radelt erfolgreich
Die Stadt Leipzig war auch in diesem Jahr eine der erfolgreichsten Städte und belegte deutschlandweit den 5. Platz. Unsere Schule hat auch in diesem Jahr tatkräftig dazu beigetragen. Das Brockhaus-Gymnasium hat mit 22689 km gefahrenen Kilometern den 30. Platz belegt und sich im Vergleich zum Vorjahr (Platz 40) stark verbessert. Dabei wurde aktiv etwas zum Klimaschutz beigetragen und ein klares Zeichen für besseren und vor allem sichereren Radverkehr in Leipzig gesetzt. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden.
Ein besonderer Gruß und Glückwunsch geht dabei an die diesjährigen Sieger die in diesem Jahr im Rahmen der Dienstberatung gewürdigt wurden!
Kategorie: Schülerschaft
1. Philipp Böck — 654,3 km — 2. Arthur Jäckel — 573,8 km -
Kategorie: Eltern
1. Hartmut Bender — 1.819,7 km — 2. Anne Weber — 1.353,1 km — Dirk Huhse — 1.111,1 km -
Kategorie: Lehrkräfte
1. Jens Joachim — 668,5 km — 2. Nadja Braun — 559,3 km — Felix Forster — 460,2 km -
Team Schüler:
Arthur Jäckel, Philipp Bpck
Team Eltern:
Anne Weber, Hartmut Bender
Team Lehrkräfte:
Felix Forster, Jens Joachim, Dr. Nadja Braun
Von der Schulbank ins Parlament: Neuntklässler erproben Politik hautnah
Einmal in den Sesseln echter Abgeordneter sitzen, über Gesetze beraten und schließlich darüber abstimmen – genau das durften am 20. Oktober 2025 rund 80 Schülerinnen und Schüler unserer neunten Klassen für insgesamt vier Stunden erleben, als sie in die Rolle von Abgeordneten des Sächsischen Landtags schlüpften. Dabei konnten sie die Arbeit des Landtags hautnah erleben. Ihre Aufgabe an diesem Tag: einen fiktiven Gesetzesentwurf zur „Kameraüberwachung von Schulhöfen“ in den Fraktionen und Ausschüssen zu bearbeiten und schließlich im Plenum zur Abstimmung zu bringen.
Neben angeregten Diskussionen zwischen den Abgeordneten der verschiedenen Fraktionen in den jeweiligen Arbeitskreisen und einer Befragung von Expertinnen und Experten zum Thema (gespielt von den begleitenden Lehrkräften) stand auch ein kurzes Rhetoriktraining auf dem Programm. Dieses sollte die Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, Reden für die Schlussabstimmung im Plenum des Landtags zu verfassen und sie anschließend vor allen Teilnehmenden zu halten.
Neben der spannenden Erfahrung, selbst einmal in die Rolle einer bzw. eines sächsischen Abgeordneten zu schlüpfen, konnten die Teilnehmenden auch die originalen Räumlichkeiten kennenlernen, in denen sonst die Ausschüsse und Fraktionen des Landtags tagen. So erhielten sie einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise eines modernen Parlaments und erfuhren, wie Gesetze tatsächlich entstehen.
Alle Abläufe des Planspiels orientierten sich eng an den echten Strukturen und Regeln des Landtags – sogar die Redezeiten wurden realitätsnah eingehalten. Nach intensiven Diskussionen und eindrucksvollen Abschlussreden wurde die Gesetzesvorlage zur „Kameraüberwachung von Schulhöfen“ schließlich mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.
Am Ende nehmen unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur spannende Eindrücke, sondern auch ein besseres Verständnis dafür mit, wie Demokratie im Alltag funktioniert.
Text: Herr Wiedhahn
Unsere Teilnahme an der Jury zur 30. Kinder- und Jugendkunstausstellung
Vom 22.10. bis 24.10. fanden die Jurytage zur 30. Kinder- und Jugendkunstausstellung mit dem Sonderthema „Die gerade Kurve“ statt. Insgesamt 10 Schüler und Schülerinnen der Klassen 8b und 10d nahmen an den Jurytagen teil. Wir sichteten etwa 370 Kunstwerke von Kindern ab 4 Jahre bis Jugendlichen bis 21 Jahre. Es wurde diskutiert, argumentiert, mal schnell abgestimmt und mal lange überlegt. Zum Schluss stand fest, welche Werke ab dem 17.01.2026 im Leipziger raum ausgestellt werden und welche Preisträger der diesjährigen Kinder- und Jugendkunstausstellung sind. Die Veranstaltenden lobten unsere Teilnehmenden als besonders engagiert und die beste Jury seit Jahren.
Vier unserer Schüler und Schülerinnen werden zu Eröffnung am 17.01. im Museum der bildenden Künste eine Laudatio auf eines der Preisträger-Werke halten.
Wir freuen uns auf kreative und aufregende Gespräche und Werke für die Ausstellung.
“Der See ist ein großer Friedhof” — Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Mikołaj Skłodowski
Am 21. Oktober 2025 hatten Lernende der 12. Klassen unserer Schule die besondere und wohl einmalige Gelegenheit, die Erzählungen des Holocaust-Überlebenden Pfarrer Mikołaj Skłodowski aus Danzig zu erleben. Eingeladen wurde er vom Maximilian-Kolbe-Werk in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Schule und Bildung. Skłodowski berichtete eindrucksvoll in seiner polnischen Muttersprache in Interaktion mit einer Übersetzerin über seine Familiengeschichte und über das Leben im Konzentrationslager Ravensbrück – dem Ort, an dem er selbst im März 1945 geboren wurde.
Der heute 80-Jährige begann seine Schilderungen mit den Worten: „Meine Aufgabe ist es, euch diese Zeit nahe zu bringen, ohne zu sagen, was gut oder schlecht war.“
Seine Mutter war zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung 21 Jahre alt und trug im KZ die Häftlingsnummer 60224. Als politische Gefangene mit einem roten Winkel und einem „P“ für „Polin“ war sie den unmenschlichen Bedingungen des Frauenlagers ausgeliefert. Skłodowski schilderte eindrücklich, wie die Frauen dort ihrer Würde beraubt wurden: Haare wurden abrasiert, sie mussten sich entkleiden und medizinische Untersuchungen über sich ergehen lassen, bevor sie Nummer und Häftlingskleidung erhielten. „In dem Moment, wo ein Mensch das Lager betrat, hörte er auf, ein Mensch zu sein“, sagte Skłodowski.
In jeder Baracke lebten bis zu 300 Frauen unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Ab 14 Jahren mussten sie Zwangsarbeit leisten – zunächst bei Erntearbeiten, später in Rüstungsbetrieben. Besonders grausam waren die medizinischen Experimente, die in Ravensbrück durchgeführt wurden. Unter der Aufsicht der KZ-Ärztin Herta Oberheuser wurden Frauen absichtlich infiziert oder ihnen Beton in Wunden eingeführt, um „medizinische Erkenntnisse“ für den Krieg zu gewinnen.
Skłodowski berichtete, dass beim Vorrücken der sowjetischen Armee der Befehl gegeben wurde, diese „Versuchspersonen“ zu töten, um Spuren zu beseitigen. Mutige Mithäftlinge retteten jedoch einige Frauen, indem sie ihre Identität vertauschten – ein Akt stillen Widerstands mitten im Grauen.
Auch über die Kinder im Lager sprach Skłodowski bewegend. Seine eigene Geburt war eine Zangengeburt, und er wog bei seiner Rettung im April 1945 nur 1,5 Kilogramm. Die meisten im Lager geborenen Kinder überlebten nicht: Von etwa 800 Geburten in Ravensbrück wurden nur 39 Kinder gerettet. Säuglinge litten unter Hunger, Kälte, Läusen und Ratten – ein bewusst in Kauf genommener Tod. „Die Kinder waren schlechten hygienischen Zuständen ausgesetzt. Einige hatten von Ratten angefressene Ohren und Nasen“, erzählte er.
Kurz vor Kriegsende gelang der Familie die Rettung durch eine Hilfsaktion des Schwedischen Roten Kreuzes, ermöglicht durch ein Abkommen zwischen Heinrich Himmler und Schweden. Für den kleinen Mikołaj bedeutete dies das Überleben. Seine Großmutter bewahrte in einer Seife ein kleines Medaillon des heiligen Nikolaus, das der Familie als Schutzsymbol diente – und Mikołaj später seinen Namen gab.
Nach dem Krieg blieb das Thema in seiner Familie kein Tabu. „Für mich gehörte das Lager zur Normalität“, sagte Skłodowski nüchtern. Bis ins Jahr 2000 trug er in seinem Ausweis den Geburtsort „KZ Ravensbrück“, später dann „Ravensbrück“ – ein Ort, den es geografisch gar nicht gibt, aber der für ihn und viele andere ein Leben lang Realität blieb.
Zum Abschluss seiner Erzählung richtete Skłodowski eindringliche Worte an die Jugendlichen:
„Ich spreche darüber, weil ich einer der letzten Zeugen bin. Ich möchte warnen vor dem Nachlaufen irgendwelcher Indoktrinationen. Ich spreche zu euch, weil ihr ins Leben startet. Es geht mir darum, euch zu warnen, dass das wieder passieren könnte.“
Seine Botschaft hallte lange nach: Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Der See neben dem ehemaligen Lager Ravensbrück, in den die Asche der Ermordeten gekippt wurde, ist – wie Skłodowski sagte – „ein großer Friedhof“.
Dieses Gespräch war eine Mahnung, wie wichtig es bleibt, die letzten Stimmen der Überlebenden zu hören – und nie zu vergessen, wozu Hass und Gleichgültigkeit führen können.
(M. Moeßner & M. Sickert)
HIER findet ihr einen Bericht des MDR Sachsenspiegels.
Vorbereitung auf „Jugend debattiert“ – Workshops mit dem Schauspiel Leipzig
Auch in diesem Schuljahr fanden an unserer Schule wieder die beliebten Workshops zur Vorbereitung auf den Wettbewerb Jugend debattiert statt. Unter der Leitung der Theaterpädagoginnen des Schauspiel Leipzig erhielten die Schülerinnen und Schüler wertvolle Einblicke in die Kunst des überzeugenden Auftritts.
In abwechslungsreichen theaterpädagogischen Spielen und Übungen trainierten sie ihre Betonung, ihr Taktgefühl und ihre Körperhaltung. Sie lernten, wie man sicher auf der Bühne steht, klar und deutlich spricht, das richtige Tempo findet und mit Selbstbewusstsein frei spricht. Auch das chorische Sprechen kam dabei nicht zu kurz und sorgte für viele lebendige und motivierende Momente.
Im November folgen nun die Klassenentscheide, in denen sich zeigt, wer für die Jahrgangsstufen 8 und 10 am Schulwettbewerb teilnehmen darf. Dieser findet am 16. Dezember statt. Dort wird entschieden, wer unsere Schule im Regionalfinale im Frühjahr 2026 vertreten wird.
Ein herzliches Dankeschön geht an das Schauspiel Leipzig und die engagierten Theaterpädagoginnen für die inspirierende Unterstützung und anregende Zusammenarbeit!
Ann-Kathrin Waldherr
Schulkoordinatorin Jugend debattiert
