Schuljahr 2025/26

Immer wieder verknüpfen wir unseren schulis­chen All­t­ag mit der Lebenswelt der Schüler und Schü­lerin­nen, dem gesellschaftlichen Umfeld und ver­schiede­nen Koop­er­a­tion­sein­rich­tun­gen wie Unternehmen und sozialen Ein­rich­tun­gen sowie Vere­inen. Diese Seite ermöglicht euch und Ihnen einen kleinen und aus­gewählten Überblick darüber, was im angegebe­nen Schul­jahr an unser­er Schule passiert ist.

Brocki erfolgreich bei “Genial sozial”

Das F.-A.-Brockhaus Gymnasium radelt erfolgreich

Die Stadt Leipzig war auch in diesem Jahr eine der erfol­gre­ich­sten Städte und belegte deutsch­landweit den 5. Platz. Unsere Schule hat auch in diesem Jahr tatkräftig dazu beige­tra­gen. Das Brock­­haus-Gym­­na­si­um hat mit 22689 km gefahre­nen Kilo­me­tern den 30. Platz belegt und sich im Ver­gle­ich zum Vor­jahr (Platz 40) stark verbessert. Dabei wurde aktiv etwas zum Kli­maschutz beige­tra­gen und ein klares Zeichen für besseren und vor allem sicher­eren Rad­verkehr in Leipzig geset­zt. Her­zlichen Dank an alle Mitwirk­enden.

Ein beson­der­er Gruß und Glück­wun­sch geht dabei an die diesjähri­gen Sieger die in diesem Jahr im Rah­men der Dien­st­ber­atung gewürdigt wur­den!

Kat­e­gorie: Schüler­schaft

1. Philipp Böck — 654,3 km — 2. Arthur Jäck­el — 573,8 km -

Kat­e­gorie: Eltern

1. Hart­mut Ben­der — 1.819,7 km — 2. Anne Weber — 1.353,1 km — Dirk Huhse — 1.111,1 km -

Kat­e­gorie: Lehrkräfte

1. Jens Joachim — 668,5 km — 2. Nad­ja Braun — 559,3 km — Felix Forster — 460,2 km -

Team Schüler:

Arthur Jäck­el, Philipp Bpck

Team Eltern:

Anne Weber, Hart­mut Ben­der

Team Lehrkräfte:

Felix Forster, Jens Joachim, Dr. Nad­ja Braun

Von der Schulbank ins Parlament: Neuntklässler erproben Politik hautnah

Ein­mal in den Ses­seln echter Abge­ord­neter sitzen, über Geset­ze berat­en und schließlich darüber abstim­men – genau das durften am 20. Okto­ber 2025 rund 80 Schü­lerin­nen und Schüler unser­er neun­ten Klassen für ins­ge­samt vier Stun­den erleben, als sie in die Rolle von Abge­ord­neten des Säch­sis­chen Land­tags schlüpften. Dabei kon­nten sie die Arbeit des Land­tags haut­nah erleben. Ihre Auf­gabe an diesem Tag: einen fik­tiv­en Geset­ze­sen­twurf zur „Kam­er­aüberwachung von Schul­höfen“ in den Frak­tio­nen und Auss­chüssen zu bear­beit­en und schließlich im Plenum zur Abstim­mung zu brin­gen.

Neben angeregten Diskus­sio­nen zwis­chen den Abge­ord­neten der ver­schiede­nen Frak­tio­nen in den jew­eili­gen Arbeit­skreisen und ein­er Befra­gung von Exper­tin­nen und Experten zum The­ma (gespielt von den beglei­t­en­den Lehrkräften) stand auch ein kurzes Rhetorik­train­ing auf dem Pro­gramm. Dieses sollte die Schü­lerin­nen und Schüler darauf vor­bere­it­en, Reden für die Schlussab­stim­mung im Plenum des Land­tags zu ver­fassen und sie anschließend vor allen Teil­nehmenden zu hal­ten.

Neben der span­nen­den Erfahrung, selb­st ein­mal in die Rolle ein­er bzw. eines säch­sis­chen Abge­ord­neten zu schlüpfen, kon­nten die Teil­nehmenden auch die orig­i­nalen Räum­lichkeit­en ken­nen­ler­nen, in denen son­st die Auss­chüsse und Frak­tio­nen des Land­tags tagen. So erhiel­ten sie einen real­is­tis­chen Ein­blick in die Arbeitsweise eines mod­er­nen Par­la­ments und erfuhren, wie Geset­ze tat­säch­lich entste­hen.

Alle Abläufe des Plan­spiels ori­en­tierten sich eng an den echt­en Struk­turen und Regeln des Land­tags – sog­ar die Redezeit­en wur­den real­ität­snah einge­hal­ten. Nach inten­siv­en Diskus­sio­nen und ein­drucksvollen Abschlussre­den wurde die Geset­zesvor­lage zur „Kam­er­aüberwachung von Schul­höfen“ schließlich mit über­wälti­gen­der Mehrheit abgelehnt.

Am Ende nehmen unsere Schü­lerin­nen und Schüler nicht nur span­nende Ein­drücke, son­dern auch ein besseres Ver­ständ­nis dafür mit, wie Demokratie im All­t­ag funk­tion­iert.

Text: Herr Wied­hahn

Unsere Teilnahme an der Jury zur 30. Kinder- und Jugendkunstausstellung

Vom 22.10. bis 24.10. fan­den die Jury­tage zur 30. Kinder- und Jugend­kun­stausstel­lung mit dem Son­derthe­ma „Die ger­ade Kurve“ statt. Ins­ge­samt 10 Schüler und Schü­lerin­nen der Klassen 8b und 10d nah­men an den Jury­ta­gen teil. Wir sichteten etwa 370 Kunst­werke von Kindern ab 4 Jahre bis Jugendlichen bis 21 Jahre. Es wurde disku­tiert, argu­men­tiert, mal schnell abges­timmt und mal lange über­legt. Zum Schluss stand fest, welche Werke ab dem 17.01.2026 im Leipziger raum aus­gestellt wer­den und welche Preisträger der diesjähri­gen Kinder- und Jugend­kun­stausstel­lung sind. Die Ver­anstal­tenden lobten unsere Teil­nehmenden als beson­ders engagiert und die beste Jury seit Jahren.

 

Vier unser­er Schüler und Schü­lerin­nen wer­den zu Eröff­nung am 17.01. im Muse­um der bilden­den Kün­ste eine Lau­da­tio auf eines der Preisträger-Werke hal­ten.

 

Wir freuen uns auf kreative und aufre­gende Gespräche und Werke für die Ausstel­lung.

Rafting – Schülercup 2025

“Der See ist ein großer Friedhof” — Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Mikołaj Skłodowski

Am 21. Okto­ber 2025 hat­ten Ler­nende der 12. Klassen unser­er Schule die beson­dere und wohl ein­ma­lige Gele­gen­heit, die Erzäh­lun­gen des Holo­­caust-Über­leben­­den Pfar­rer Mikołaj Skłodows­ki aus Danzig zu erleben. Ein­ge­laden wurde er vom Max­i­m­il­ian-Kolbe-Werk in Zusam­me­nar­beit mit dem Lan­desamt für Schule und Bil­dung. Skłodows­ki berichtete ein­drucksvoll in sein­er pol­nis­chen Mut­ter­sprache in Inter­ak­tion mit ein­er Über­set­zerin über seine Fam­i­liengeschichte und über das Leben im Konzen­tra­tionslager Ravens­brück – dem Ort, an dem er selb­st im März 1945 geboren wurde.

Der heute 80-Jährige begann seine Schilderun­gen mit den Worten: „Meine Auf­gabe ist es, euch diese Zeit nahe zu brin­gen, ohne zu sagen, was gut oder schlecht war.“

Seine Mut­ter war zum Zeit­punkt ihrer Ver­haf­tung 21 Jahre alt und trug im KZ die Häftlingsnum­mer 60224. Als poli­tis­che Gefan­gene mit einem roten Winkel und einem „P“ für „Polin“ war sie den unmen­schlichen Bedin­gun­gen des Frauen­lagers aus­geliefert. Skłodows­ki schilderte ein­drück­lich, wie die Frauen dort ihrer Würde beraubt wur­den: Haare wur­den abrasiert, sie mussten sich entk­lei­den und medi­zinis­che Unter­suchun­gen über sich erge­hen lassen, bevor sie Num­mer und Häftlingsklei­dung erhiel­ten. „In dem Moment, wo ein Men­sch das Lager betrat, hörte er auf, ein Men­sch zu sein“, sagte Skłodows­ki.

In jed­er Baracke lebten bis zu 300 Frauen unter katas­trophalen hygien­is­chen Bedin­gun­gen. Ab 14 Jahren mussten sie Zwangsar­beit leis­ten – zunächst bei Ern­tear­beit­en, später in Rüs­tungs­be­trieben. Beson­ders grausam waren die medi­zinis­chen Exper­i­mente, die in Ravens­brück durchge­führt wur­den. Unter der Auf­sicht der KZ-Ärztin Her­ta Ober­heuser wur­den Frauen absichtlich infiziert oder ihnen Beton in Wun­den einge­führt, um „medi­zinis­che Erken­nt­nisse“ für den Krieg zu gewin­nen.

Skłodows­ki berichtete, dass beim Vor­rück­en der sow­jetis­chen Armee der Befehl gegeben wurde, diese „Ver­suchsper­so­n­en“ zu töten, um Spuren zu beseit­i­gen. Mutige Mithäftlinge ret­teten jedoch einige Frauen, indem sie ihre Iden­tität ver­tauscht­en – ein Akt stillen Wider­stands mit­ten im Grauen.

Auch über die Kinder im Lager sprach Skłodows­ki bewe­gend. Seine eigene Geburt war eine Zan­genge­burt, und er wog bei sein­er Ret­tung im April 1945 nur 1,5 Kilo­gramm. Die meis­ten im Lager gebore­nen Kinder über­lebten nicht: Von etwa 800 Geburten in Ravens­brück wur­den nur 39 Kinder gerettet. Säuglinge lit­ten unter Hunger, Kälte, Läusen und Rat­ten – ein bewusst in Kauf genommen­er Tod. „Die Kinder waren schlecht­en hygien­is­chen Zustän­den aus­ge­set­zt. Einige hat­ten von Rat­ten ange­fressene Ohren und Nasen“, erzählte er.

Kurz vor Kriegsende gelang der Fam­i­lie die Ret­tung durch eine Hil­f­sak­tion des Schwedis­chen Roten Kreuzes, ermöglicht durch ein Abkom­men zwis­chen Hein­rich Himm­ler und Schwe­den. Für den kleinen Mikołaj bedeutete dies das Über­leben. Seine Groß­mut­ter bewahrte in ein­er Seife ein kleines Medail­lon des heili­gen Niko­laus, das der Fam­i­lie als Schutzsym­bol diente – und Mikołaj später seinen Namen gab.

Nach dem Krieg blieb das The­ma in sein­er Fam­i­lie kein Tabu. „Für mich gehörte das Lager zur Nor­mal­ität“, sagte Skłodows­ki nüchtern. Bis ins Jahr 2000 trug er in seinem Ausweis den Geburt­sort „KZ Ravens­brück“, später dann „Ravens­brück“ – ein Ort, den es geografisch gar nicht gibt, aber der für ihn und viele andere ein Leben lang Real­ität blieb.

Zum Abschluss sein­er Erzäh­lung richtete Skłodows­ki ein­dringliche Worte an die Jugendlichen:

„Ich spreche darüber, weil ich ein­er der let­zten Zeu­gen bin. Ich möchte war­nen vor dem Nach­laufen irgendwelch­er Indok­tri­na­tio­nen. Ich spreche zu euch, weil ihr ins Leben startet. Es geht mir darum, euch zu war­nen, dass das wieder passieren kön­nte.“

Seine Botschaft hallte lange nach: Erin­nern heißt Ver­ant­wor­tung übernehmen. Der See neben dem ehe­ma­li­gen Lager Ravens­brück, in den die Asche der Ermorde­ten gekippt wurde, ist – wie Skłodows­ki sagte – „ein großer Fried­hof“.

Dieses Gespräch war eine Mah­nung, wie wichtig es bleibt, die let­zten Stim­men der Über­leben­den zu hören – und nie zu vergessen, wozu Hass und Gle­ichgültigkeit führen kön­nen.

(M. Moeßn­er & M. Sick­ert)

HIER find­et ihr einen Bericht des MDR Sach­sen­spiegels.